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Aktives Mitglied der Gemeinschaft, oder Passivmitglied oder gar sozialer Einsiedler? Die Gemeinschaft mit unseren Angehörigen, Freunden und Bekannten, aber auch mit uns nicht bekannten Menschen in einem Dorf, einer Stadt, ja sogar eines ganzen Landes gibt uns - abnehmend mit der räumlichen Entfernung von uns selbst - ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Sicherheit in der Gemeinschaft. Je weiter weg von uns, je weiter entfernt von der Kerngemeinschaft Familie oder Freundeskreis oder Nachbarschaft, desto schwächer sind im allgemeinen diese emotionalen Bindekräfte. Es entsteht dann eine deutliche Trennungslinie zwischen UNS und den ANDEREN. Aber auch innerhalb dieser Kerngemeinschaften gibt es grosse Unterschiede in unserem persönlichen Empfinden dieser Bindekräfte. In echten Gemeinschaften helfen die Mitglieder einander. Sie kümmern sich umeinander Sie halten sich an die Regeln des Zusammenlebens. So war es wenigstens noch bis vor nicht allzu langer Zeit. Heute driften aber auch viele Kerngemeinschaften in dieser Beziehung oft immer mehr auseinander. Jeder kümmert sich nur noch um sich. Das ist nicht gut. Die Gründe dazu sind vielfältig, die Wirkung allerdings meist nicht nur zum Vorteil des einzelnen Menschen. Die teils intensive Durchmischung einer Gemeinschaft durch Personen aus "fremden" Nationalitäten und Kulturen, mit "fremden" Wertvorstellungen und Ansichten hat auf die Veränderungen in einer Gemeinschaft grossen Einfluss, teilweise negativen Einfluss. Dies führt zur Abschottung und Fremdenfeindlichkeit. Eine solche Durchmischung von aussen hat aber bei näherem Zusehen auch positiven Einfluss - für viele öffnen sich "Scheuklappen" und man erkennt, dass es auch anders geht, teilweise sogar noch besser als im alten Trott. Es kommen neue Ideen zum Tragen. Verallgemeinerungen weichen einer Transparenz des Individuellen. Wie dem auch sei, ein Mensch als freiwilliges Mitglied einer Gemeinschaft hat immer noch, und vor allem im konkreten Notfall, eine bessere Chance für Unterstützung und Hilfe, als ein sozialer Einsiedler ohne Beziehung und Kontakte zu anderen Menschen. Kontakte pflegen ist auch im dritten Alter lebenswichtig Die Alten kommen, zieht Euch warm an! Eine 94-jährige Australierin hat an der Universität von Adelaide einen Master-Abschluss in Medizin erworben. Phyllis Turner, eine Ururgrossmutter, hatte die Schule bereits mit zwölf Jahren verlassen und ihre Schulbildung erst fortgesetzt, nachdem sie sieben eigene Kinder sowie zwei Stiefkinder grossgezogen hatte. Mit 70 schrieb sie sich an der Universität von Adelaide ein, zwei Jahre später gewann sie ein Stipendium für ein Studienjahr an der University of California. Wieder in Australien, erwarb sie den Hochschulabschluss eines Bachelor, nun kam rund 20 Jahre später der Master hinzu. Quelle: NZZ |